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Ist das nicht herrlich wenn man seinen Urlaub im eigenem Womo antreten kann ??.. Wunderbar, vor allem wenn man an alles gedacht hat. ABER es gibt auch Dinge, die man schnell vergißt.  Eine kleine heitere Geschichte  aus der Realität. Zum schmunzeln und nachdenken  

Wer bin ich:

Ich bin Fridolyn. Ein schickes, ganz neues Wohnmobil --7mtr lang und etwas über 2 mtr breit und mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5t.Ganz normale 2 Achsen mit  4 Reifen und eine schicke Anhängerkupplung. Mein Herz macht  136 PS  ;-) und mit einer Zuladung von 380 Kilo zugelassen.

Meine Konstrukteure haben alles eingebaut was man braucht (aber auch nicht mehr) Am Ende waren sie zufrieden mit ihrem Werk , aber ich lasse mich mal überraschen was da noch alles kommt.

Ich stehe in der Ausstellung:

Also eigentlich bin ich ja mit mir zufrieden aber wenn man das so sieht und hört von den andern Womo’s die hier noch stehen , dann mache ich mir doch so meine Gedanken. Der eine neben mir hat gelacht und hat ** Fliegengewicht** zu mir gesagt und das meine Zuladung gar nicht zu meinen Ausmaßen paßt. Pha ! der ist auch neu und hat keine Ahnung. Auf der andern Seite steht einer, der ist schön älter, so’n richtiger Miesepeter ist das. Meint wohl ist was  besseres , nur weil er schon was von der Welt gesehen hat. Aber ich halte da erstmal den Mund—wer weiß, vielleicht hat er ja doch recht. Ich gebe mir auf jeden Fall viel Mühe nicht zu knacken oder zu knirschen wenn man mein Innenleben erforscht. Es kommen viele und schauen mich an , laufen mit dreckigen Schuhen in mir rum und Kinder springen auf meinem Bett herum . Männer kommen herein und drücken auf alle Knöpfe. TYPISCH . Die Frauen machen alle Klappen auf und zu  und streicheln über meine Stoffbezüge. Die sind lieb und  nicht so ballerig Es gibt  (ganz ehrlich) auch Menschen, die schauen was sie so gebrauchen können und  nehmend as einfach mit. Egal obs ne Uhr ist oder  eine Tasche wo Gebrauchsanweisungen drin sind. Einmal hat sogar einer meine Reservekartusche mitgenommen wo man meine Räder mit aufpusten kann wenn es  nötig ist. – Leute gibt es—und ich  fange erst gar nicht an mit Kaugummi unter den Tischen oder Pipi machen  auf der Toilette (ECHT wahr )

Andy und Gesa schauen vorbei.

Huii , heute  war das Service-team da und hat mich sauber gemacht. So richtig dolle und  als die gegangen sind haben die meine Türen abgeschlossen.

AUA.. da tritt einer gegen meine Reifen .. der spinnt wohl. Huch, jetzt dreht sich der Schlüssel im Schloß. Aha, bestimmt welche die mich anschauen wollen. Also jetzt nicht quietschen oder knarren . Andy und Gesa heißen die – nette Namen. Hauptsache die nehmen mich mit und sind nett zu mir.

Also der Andy ist ja echt  gut drauf, kommt rein, putzt sich die Füße nicht ab und der erste Griff--- ans Panel und Knöppe drücken .. **HEY—da wird sich nix tun,  ich habe doch noch keinen Strom von außen dran. ** jetzt geht er nach vorne und fummelt am Radio rum und am Lenkrad. Ich komme mir vor wie  beim Check-Up beim Hersteller. Da haben die auch ewig an mir rumgefummelt und das war nicht immer angenehm. Warum springt der denn jetzt hoch und runter in mir?? Ach, er sagt zu Gesa (die das auch verwunderlich findet) er will die Elastizität vom Boden prüfen .. Ok – als er meint. Gesa ist ne liebe, sie streichelt über meine Polster und über die Schränke. Und sie hebt die Matratze hoch und legt sie ganz sanft wieder ab . Also die gefällt mir. Hat sich auch die Füße abgeputzt. Fast ne ganze Stunde haben die sich mit mir beschäftigt. Der Verkäufer war auch dabei. Hat mich richtig gut erklärt. Nun bin ich mal gespannt ob Andy und Gesa mich mitnehmen.

Mein Neues zu Hause:

Jaaa, freu, ich habe ein neues Zu Hause. Andy und Gesa haben mich gestern abgeholt. Die Fahrt hierher war etwas ungewohnt. Ich kenne das ja noch nicht mit den vielen Autos auf der Strasse und Andy ist auch gerade erst mit Womo fahren angefangen. Na-JA, können wir eben zusammen lernen miteinander auszukommen. Ich stehe nun unter einem hohen schönen Dach und  bin so gut geschützt vor Wind und Wetter. Meine Windschutzscheibe hat Gesa von außen auch abgedeckt. Das ist ganz gut so, denn so heiße ich mich erstens nicht so auf und zweitens  verschießen die Farben nicht so sehr durch die Sonneneinstrahlung UND meine Scheibe ist ebenso geschützt, weil neben  meinem Dach ein Baum steht. Andy und Gesa sehe ich jetzt jeden Tag mehrfach, weil sie an mir noch einiges umändern. Die haben sich hier bei mir drinnen darüber unterhalten was alles noch gemacht werden muß. Oh-Je, das hört sich nach Großbaustelle an . Ob Andy auch an die Zuladung denkt? ICH weiß ja wieviel ich tragen darf, aber  ob Andy auch daran gedacht hat das all die Sachen  auch ein Gewicht haben? Die wollen doch im 4 Wochen eine lange fahrt machen. 3 Wochen wollen wir unterwegs sein.

Ich werde aufgerüstet und fühle mich wie ein King:

Andy hat gestern eine Solaranlage aufs Dach gemacht. Ich habe jetzt noch Kopfweh von dem Schrauben und bohren . Müffeln tue ich auch , denn Andy hat reichlich  Silikon verbraucht. Aber ist ok, muß ja alles wieder dicht sein.  Im Kofferraum hat er 2 dicke Aufbaubatterien angeschlossen. Heute kommt die Satellitenschüssel aufs Dach . Was ganz schickes, ich bin mächtig stolz darauf. Vollautomatisch mit Motor und so . Eine DVBT Antenne hat er auch an der Rehling fest gemacht. Das hätte er sich gestern auch überlegen können, denn dann hätte er alle Leitungen durch ein Loch führen können …. OOHH-Mann wieder rattert es und schraubt es.  Erstmal abwarten und auf eine ruhige Nacht hoffen .

Die Nacht war nicht erholsam . Andy ist mitten in der Nacht rein gekommen und hat was ausgemessen. Hey – des Nachts brauche ich meinen Schönheitsschlaf!!. Heute morgen geht’s im Kofferraum weiter..  er hat so komische Sperrholzplatten angeschraubt, da sollen Tisch und Stühle hinter gepackt werden.  In mir drin ist jetzt ein großer TV mit DVD-Player und eine bunte Lichtleiste. Dann hat Gesa alle Lampen gegen LED ausgetauscht.

Morgen müssen wir zu einem Fachmann, der baut uns elektrische Scherenstützen ein. Ja, das wird ne Fahrt von ein paar Stunden . Da freue ich mich drauf. ..

So, die Scherenstützen sind drunter und nun geht es heute weiter.  Das Wetter ist nicht besonders und mir scheint, das es noch regnen wird. Mit dem Fahren haben Andy und ich uns nun arrangiert. Wenn der die Gänge nicht richtig trifft, dann schreie ich kurz auf und  er reagiert sofort. Gesa hat gesagt er soll mit Tempomat fahren, weils dann nicht so viel Diesel braucht aber Andy findet das doof. Auf der Hinfahrt ist er schön ruhig gefahren –klar ist ja auch alles neu . Jetzt wird er aber echt mutig. Als er mit mir auf die Autobahn gefahren ist, habe ich erstmal nen großen Schluß Diesel zu mir genommen. Hoffentlich  fährt er gleich etwas langsamer. So 100 – 120 wäre für mich eigentlich ne schöne Sache  aber Andy meinte er wolle mal wissen wie schnell ich bin . WAHNSINN,  mein Herz pumpert ganz schön. Ich bin das ja noch nicht gewohnt so schnell zu düsen und habe mächtigen durst. Komme ich sonst so mit 11-12 Liter aus,  werden es bei dem Fahrstil wohl 15 Liter werden.  Gott-Sei-Dank ist bei 140 der das Tempolimit  für mich erreicht. Gesa ist ganz klein geworden Ich schaukle ganz schön wenn ich an den dicken Brummis vorbeiziehe.  Mit der Zeit sind wir auf einem Stellplatz angekommen. Ist ja nur für 1 Nacht , aber die hat es in sich.

Meine Erste Nacht mit Andy und Gesa:

Weil wir alle so müde sind, macht Gesa das Licht gegen 22 Uhr aus. Ich habe das Gefühl das irgendwas nicht stimmt.  Draußen regnet es und mein Kopf fühlt sich innerlich irgendwie naß an . Jetzt fängt es auch noch an windig zu werden. Nicht viel aber eben etwas. O-Gott, Gesa hat die Dachhaube über dem Bett nicht richtig einrasten lassen und wir stehen gegen den Wind. Na, sie wird’s merken wenn es  ins Gesicht regnet. Andy wird als erstes wach. Springt auf und fällt fast aus dem Bett, weil er nicht daran gedacht hat das er nicht zu Hause ist. Seine Bettdecke ist naß. Gesa  bekommt schimpfe weil das Fenster nicht richtig  zu ist. Andy geht (nun etwas angesäuert) auf die Toilette und auf dem Weg dorthin treffen seine Füße auf nassen Boden. Nanu, wo kommt denn das Wasser her? Von oben—Nein, es kommt aus dem Schrank. Genau da wo Andy die Antennenkabel durchgeführt hat, läuft ein kleines Wasserrinsal entlang. Tja Andy, so was nenne ich schlampige arbeit, nicht richtig abgedichtet. Da hilft auch kein Fluchen. Das kriegste  jetzt nicht mehr hin. Gesa ist sauer, alles ist naß und sie mag nicht daran denken wie es  oben auf dem Dach und in den Zwischenräumen aussieht. Also  allen Krempel zusammenpacken und ab nach Hause unters Dach. Andy ist stinksauer—auf sich selber. Ich habe drunter zu leiden, aber mal gut das er noch getankt hatte. Er fährt wie  der Teufel durch die nacht und ich habe Megadurst.

Wir fahren in Urlaub :

Mit der Zeit hat sich alles zum guten gewendet und alles ist wieder dicht. Heute packt Gesa und Andy mich für den urlaub. Ich freu mich schon und denke das Andy seine Lektion gelernt hat und nun  es ruhiger angehen läßt. Als er mich aufgetankt hat, ist ihm die Kinnlade nach unten geklappt, weil  er nachgerechnet hat was ich denn so im Durchschnitt gebraucht habe… es waren ca 15 liter. Da sage ich nur –selber Schuld—zu.

Wouw, was die alles mitnehmen. Lebensmittel und Kleidung, Grill und  Fahrräder , 2 Gasflaschen und eine Gieskanne für Frischwasser. Jede Menge  Getränke und Andy muß unbedingt seinen Kasten Bier mitnehmen, weil er nur dieses Bier trinkt und es das nicht da gibt wo wir hinfahren. Ob der wohl an die Zuladung denkt? .. Ich fühle mich ziemlich schwer . Jetzt kommen noch Wasserschlauch und ein zusätzliches Stromkabel und Seitenteile, die man an meine Markise machen kann in den Kofferraum. Also viel paßt nicht mehr rein. Gesa hat noch ein paar Kleinteile eingepackt und Andy einen Werkzeugtasche. Man kann ja nie wissen –meint er. Also ICH denke ich bin über  3,5 t. Mal abwarten was da noch kommt. Wir wollen nach Österreich und auch in die Schweiz.

Es ging ganz schön flott auf Tour. Ganz früh sind wir losgefahren . Mit vollem Wassertank (100Liter) und auch ansonsten bin ich reichlich bepackt. Ich habe mächtig zu kämpfen wenn es Berg auf geht, aber ansonsten läuft alles gut---- außer das ich mich ein wenig unwohl fühle. Ich glaube ich bin zu schwer bepackt. Nach ca 100 km werden wir von einem netten Mann auf eine Raststätte gewunken . Der war sehr freundlich wollte wissen on Andy auch alle Papier dabei habe . Na-klar, Andy ist doch vorbildlich, muß auch nicht suchen (hat ja Gesa dabei die weiß wo alles ist. )  Dann muß Andy auf die Waage fahren . Andy wollte dann aussteigen aber der freundliche Polizist hat gesagt er solle mal drin sitzen bleiben. . Tja, das war dann nicht mehr so prickelnd. Ich wog nun nicht mehr höchstens 3,5 t, sondern dicke 3,8 Tonnen. Das war dem Polizisten dann doch zuviel . Andy konnte das nicht verstehen. Da muß ein Fehler and er Waage sein. Er habe doch nur das übliche  eingepackt.

Als erstes hat Gesa das Wasser abgelassen ,machte schon mal knappe 100 Kilo weniger, dann ging die suche los. Wo kann man noch 200 Kilo einsparen. Gesa meinte , sie lasse einfach Andy hier stehen und fahre alleine weiter. Erstmal nur rausräumen was so ungefähr raus muß. …Bierkasten-- Werkzeugkasten, die Fahrräder( elektro- bikes) runter, der Grill raus, eine Gasflasche raus, eine Kiste Wasser. So langsam kam man der 3,5t Marke näher. Der Polizist  meinte dann , ** Wenn sie über die Grenze wollen, dann werden sie wohl noch ein bißchen ausräumen müssen. Sie können aber auch umdrehen, nach Hause fahren und noch mal neu Packen und dann bei ihnen in der nähe auf eine Waage fahren. Speditionen  oder Reifeisenmärkte haben oft so etwas und sie können da mit Ihrem Wohnmobil einfach drauffahren gegen ein kleines Entgelt** .. Andy war sauer, Gesa gereizt. Sie drehten um , es blieb ja nix anders übrig. Hier in Deutschland hat man ja eine Toleranz. Aber wenn es  über die Grenze geht, dann muß es stimmen mit dem Gewicht. Den ganzen Weg über diskutierten die beiden was denn da soviel gewicht fressen würde. Ich hätte es ihnen sagen können, aber mich fragt ja keiner. Ehe  die was angebaut hätten, wäre ich auf eine Waage gefahren um zu sehen wieviel  ich tatsächlich noch zuladen kann . Solarpanele, Satanlage und all das was Andy zusätzlich angebaut und eingebaut hatte, das wiegt ja auch und dann kommen Andys und Gesas Geigengewicht auch noch hinzu. .

Fazit:

Nun fiel mir wieder ein was das ältere Womo gelästert hatte wo ich noch beim Händler stand. Das hatte gesagt. ** Die werden dich wohl auch auflasten. Das geht in den meisten Fällen ganz einfach. Ab zum Straßenverkehrsamt mit allen Papieren und umtragen lassen. Dann Schwerlastreifen aufziehen und beim Tüv eintragen lassen – und schon kann’s losgehen

Andy und Gesa haben das gemacht und sind 3 Tage später losgefahren. Auf jeden Fall mit dem beruhigendem Gefühl nun nicht mehr überladen zu sein. Den Kasten Bier hat er aber auch nicht mehr mitgenommen . Im Urlaub kann man auch mal was anders trinken .

Ich hoffe wir machen noch viele schöne Fahrten und ich habe Euch nicht mit meinem Bericht gelangweilt, sondern ihr hattet etwas Spaß dabei.

Wenn Ja, dann schreibe ich Euch  vielleicht wieder einen Bericht.. Lieben Gruß

Euer Fridolyn

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