Im November gibt’s viel Platz

November-Tour an die Ostsee

Die letzte Tour in diesem Jahr. Mosel oder Ostsee, das ist die Frage. Wettervorausschau bei Google vor drei Tagen: Anfangs leichte Regenschauer, dann bedeckt, schließlich Sonne mit Temperaturen zwischen 9 und 12 Grad. Super. Heute bei der 16-Tage-Vorausschau nichts als Regen. Ostsee: Flensburg die ersten drei Tage wolkig bis leichter Regen. Kiel bedeckt, leichter Regen, dann sonnig. Heiligenhafen sonnig. Grömitz erst leicht bewölkt, dann sonnig. Also: Ostsee.

Abfahrt in Steden am Dienstagmorgen bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Das bleibt bis Flensburg so. Das Navi weist uns den Stellplatz an der Flensburger Förde. Kaum die Hauptstraße verlassen, geht’s durch ein Industriegebiet, dann vorbei an Winterlagern für kleine, große und ganz große Segler und Motorboote. Immer am Sporthafen entlang.

Unser kleiner elektronischer Pilot zeigt eine Sackgasse. Verfahren? Offensichtlich nicht. Am rechten Straßenrand weist ein großes Schild auf den vor uns liegenden Stellplatz. Stellplatz? „Doch, das ist er“, sagt meine Copilotin. Die muss es wissen. Eine relativ kleine Fläche, die für zehn Landyachten bis 12 Meter Länge gedacht ist. Mitten durch ein Rad- und Fußweg. Kenntlich gemacht durch das allseits bekannte, weiße Radfahrersymbol.

Nun gut. Wir sind allein, können uns unsere Stellfläche aussuchen. Also eingeparkt. Warme Jacken angezogen, und los geht’s in Richtung Innenstadt. Noch ist es trocken, wenn auch nicht mehr sonnig. Dafür hat der Wind aufgefrischt. Unser jährlich groß aufgelegter und gedruckter Wegweiser spricht von 500 Metern, axelb im Stellplatzführer von 1,5 Kilometern bis zur Innenstadt. Daraus werden dann rund 2,5 Kilometer, bis wir endlich das Ende der Förde am Stadtzentrum umrunden können. „Du weißt doch, wie die messen“, klärt mich meine Frau auf, „das sind nicht immer die bekannten Längen, die mit unserem metrischen System zu tun haben.“

Auf jeden Fall entschädigen uns die Fußgängerzone, die Altstadt, die Bummelmeile am Hafen, die kleinen, verschwiegenen Plätzchen mit ihren urigen Gaststätten für die inzwischen rund getretenen Füße. Dann ziehen dunkle, sehr dunkle Wolken auf. Zwingen uns zu einer Zwangspause, während sich auf der Straße große Pfützen bilden. Der Novemberregen mit seinen heftigen Böen begleitet uns auf dem weiten Rückweg.

Aber lange bleiben wir nicht mehr allein. Als es zu dämmern beginnt, laufen zwei norwegische Wohnmobile ein. Später – wir sehen es allerdings erst am nächsten Morgen beim Hellwerden – ist noch ein Wagen aus Bad Kissingen dazugekommen. Und immer wieder huschen dunkle Gestalten am Fenster in unserer Aufbautür vorbei. Leuchten Fahrradlichter für Sekunden auf und verschwinden wieder. „Offensichtlich ein beliebter Weg“, sagt meine Gattin, „bei Wanderern, Hundebesitzern, Radfahrern und Joggern.“

Schon früh am nächsten Morgen verlassen wir diesen Stellplatz, der den Namen eigentlich nicht verdient.

Er bietet zwar eine schöne Aussicht auf eine gegenüberliegende Werft mit ihrem abendlichen Lichterglanz und über die Flensburger Förde mit der dänischen Küste, doch das war’s dann auch.

Dass keinerlei Infrastruktur vorhanden ist stört nicht, auch nicht, dass noch nicht einmal ein Abfallkorb vorhanden ist. Schließlich wird ja keine Gebühr erhoben.

Mich stört allerdings, dass sich diese durch einen vielgenutzten Weg zerschnittene Abstellfläche für Wohnmobile „am Ende der Welt“ befindet, wo jeder Besuch der sehenswerten Stadt zu einer echten Wanderung wird. Wie leicht hätten die Initiatoren aus einem derzeit ungepflegtem Parkplatz einen tollen Stellplatz machen können. Und den gibt’s. Rund 200 Meter vom Zentrum entfernt zwischen Haupt-/Bundesstraße und dem Yachthafen.

Im November gibt’s viel Platz

November-Tour an die Ostsee

Die letzte Tour in diesem Jahr. Mosel oder Ostsee, das ist die Frage. Wettervorausschau bei Google vor drei Tagen: Anfangs leichte Regenschauer, dann bedeckt, schließlich Sonne mit Temperaturen zwischen 9 und 12 Grad. Super. Heute bei der 16-Tage-Vorausschau nichts als Regen. Ostsee: Flensburg die ersten drei Tage wolkig bis leichter Regen. Kiel bedeckt, leichter Regen, dann sonnig. Heiligenhafen sonnig. Grömitz erst leicht bewölkt, dann sonnig. Also: Ostsee.

Abfahrt in Steden am Dienstagmorgen bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein. Das bleibt bis Flensburg so. Das Navi weist uns den Stellplatz an der Flensburger Förde. Kaum die Hauptstraße verlassen, geht’s durch ein Industriegebiet, dann vorbei an Winterlagern für kleine, große und ganz große Segler und Motorboote. Immer am Sporthafen entlang.

Unser kleiner elektronischer Pilot zeigt eine Sackgasse. Verfahren? Offensichtlich nicht. Am rechten Straßenrand weist ein großes Schild auf den vor uns liegenden Stellplatz. Stellplatz? „Doch, das ist er“, sagt meine Copilotin. Die muss es wissen. Eine relativ kleine Fläche, die für zehn Landyachten bis 12 Meter Länge gedacht ist. Mitten durch ein Rad- und Fußweg. Kenntlich gemacht durch das allseits bekannte, weiße Radfahrersymbol.

Nun gut. Wir sind allein, können uns unsere Stellfläche aussuchen. Also eingeparkt. Warme Jacken angezogen, und los geht’s in Richtung Innenstadt. Noch ist es trocken, wenn auch nicht mehr sonnig. Dafür hat der Wind aufgefrischt. Unser jährlich groß aufgelegter und gedruckter Wegweiser spricht von 500 Metern, axelb im Stellplatzführer von 1,5 Kilometern bis zur Innenstadt. Daraus werden dann rund 2,5 Kilometer, bis wir endlich das Ende der Förde am Stadtzentrum umrunden können. „Du weißt doch, wie die messen“, klärt mich meine Frau auf, „das sind nicht immer die bekannten Längen, die mit unserem metrischen System zu tun haben.“

Auf jeden Fall entschädigen uns die Fußgängerzone, die Altstadt, die Bummelmeile am Hafen, die kleinen, verschwiegenen Plätzchen mit ihren urigen Gaststätten für die inzwischen rund getretenen Füße. Dann ziehen dunkle, sehr dunkle Wolken auf. Zwingen uns zu einer Zwangspause, während sich auf der Straße große Pfützen bilden. Der Novemberregen mit seinen heftigen Böen begleitet uns auf dem weiten Rückweg.

Aber lange bleiben wir nicht mehr allein. Als es zu dämmern beginnt, laufen zwei norwegische Wohnmobile ein. Später – wir sehen es allerdings erst am nächsten Morgen beim Hellwerden – ist noch ein Wagen aus Bad Kissingen dazugekommen. Und immer wieder huschen dunkle Gestalten am Fenster in unserer Aufbautür vorbei. Leuchten Fahrradlichter für Sekunden auf und verschwinden wieder. „Offensichtlich ein beliebter Weg“, sagt meine Gattin, „bei Wanderern, Hundebesitzern, Radfahrern und Joggern.“

Schon früh am nächsten Morgen verlassen wir diesen Stellplatz, der den Namen eigentlich nicht verdient.

Er bietet zwar eine schöne Aussicht auf eine gegenüberliegende Werft mit ihrem abendlichen Lichterglanz und über die Flensburger Förde mit der dänischen Küste, doch das war’s dann auch.

Dass keinerlei Infrastruktur vorhanden ist stört nicht, auch nicht, dass noch nicht einmal ein Abfallkorb vorhanden ist. Schließlich wird ja keine Gebühr erhoben.

Mich stört allerdings, dass sich diese durch einen vielgenutzten Weg zerschnittene Abstellfläche für Wohnmobile „am Ende der Welt“ befindet, wo jeder Besuch der sehenswerten Stadt zu einer echten Wanderung wird. Wie leicht hätten die Initiatoren aus einem derzeit ungepflegtem Parkplatz einen tollen Stellplatz machen können. Und den gibt’s. Rund 200 Meter vom Zentrum entfernt zwischen Haupt-/Bundesstraße und dem Yachthafen.

Mittwoch

Am Mittwoch ging’s dann auf zu neuen Ufern. Nach Maasholm.

Wir kennen Dorf und Platz in den Sommermonaten. Die drängende Enge. Wohnmobile dicht an dicht an Land. Yachten dicht an dicht im Hafen. Menschen dicht an dicht auf den Strassen. Und jetzt – Leere. Auf dem Wasser, in den Straßen, auf dem großen Spielplatz, auf den Stellplätzen. Bis auf die im Sommer für Landyachten dringend benötigte Erweiterungsfläche. Da stehen im Winter die abgetakelten Segler in Reih und Glied und warten aufs Frühjahr. Selbst die Müllbehälter machen Winterpause.

Der Himmel hatte mit uns ein Einsehen auch an diesem zweiten Tag. Sonne und Wind begleiteten uns beim Spazieren gehen (mit Hund) auf dem niedrigen Deich an der Ostsee. Bei unserem Rundgang durch die menschenleeren Straße. Vorbei an geschlossenen Läden und Gaststätten. Bis auf den kleinen Lebensmittelmarkt und den Bäcker. Der erstere wartete allerdings nur noch in den Vormittagsstunden auf Kundschaft. Als sich die Sonne rar machte und der Wind weiter auffrischte, machten wir es uns für die restlichen Stunden des Tages im Troll – so heißt unser mobiles Zuhause - gemütlich. Wir blieben auch auf diesem Stellplatz nicht ganz allein. Erhielten Nachbarn aus Coesfeld im Münsterland und aus Westerstede im Ammerland. Immerhin: Fast Mitte November und drei Mobile auf einem Platz, der für 40 ausgewiesen ist und mit seiner Erweiterungsfläche noch einmal rund 50 von ihnen beherbergen kann.

Mit der aufkommenden Dämmerung setzt der Nieselregen ein. Ein letzter Blick aus dem Fenster auf die Weite der Ostsee, auf die Dalben im Hafen, die Zahnstochern gleich im Wasser stehen, die angrenzenden Gebäude. Dann wird es dunkel. In der Nacht wird der Wind stärker. Böen lassen Regen aufs Dach prasseln.


Donnerstag

Ein echter Novembertag, nass und windig, begrüßt uns am Donnerstagmorgen.

Aufbrechen in einer Schauerpause. Nach 40 Kilometern Schleswig im Wasser. Über uns, unter uns, vor uns – links und rechts H2O. Vom grauen Himmel kommend, spiegeln sich die Pfützen auf dem Teerbelag am Yachthafen. Dort stehen schon drei Fahrzeuge. Für uns haben sie in der Mitte, dicht an der Stromsäule, einen freien Platz gelassen. Ein weiterer ist von einem Pkw mit SL-Kennzeichen blockiert. Schnell unsere Winterabdeckung übers Fahrerhaus. Danach wird’s sich drinnen bei einer Tasse Tee gemütlich gemacht. Wenn die Schauer nachlassen, soll’s ins „Dorf“ gehen. Leider lässt der Regen nicht nach, wenn man von einer kurzen Pause absieht. Also gab’s eine nahe Fußgängerzone mit nassglänzendem Pflaster und eine vorzeitige Rückkehr zum Wagen. „Blaue Stunde“ bei Tee und Keksen ist ja auch ganz schön. Wegen des miesen Wetters verzichteten wir auf den sonst üblichen Besuch der nahen Fischersiedlung Holm und den Ausflug zur Wikingersiedlung Haithabu.

Freitag

Freitag: Endlich wieder trocken. Zwischen den Wolken kleine blaue Stückchen Himmel. Sogar die Sonne schickt ihre Strahlen in den „Wolkenlöchern“ zu Erde. Im Sonnenschein machen wir uns fertig zum Start. Es geht nach Eckernförde. Kaum angekommen, verzieht sich die Sonne wieder hinter den Wolken. Doch es bleibt den ganzen Tag trocken. Beim Bummeln in der Stadt, am Hafen und auf der Strandpromenade.  Auch hier bleiben wir am Abend nicht allein.  Mobile aus RD (Rendsburg), NF (Nordfriesland), IZ (Itzehoe) und HSK (Hochsauerlandkreis/Meschede) laufen ein. Von den 46 Stellplätzen sind die meisten frei. Nur schade, dass die Bäume unseren Fernseher von seiner ihm zugedachten Aufgabe abhalten. Dadurch wird’s auch nichts mit dem aktuellen Wetterbericht.


Samstag

Sonnabend: Aufgerissene Wolken, ja was sage ich, Wölkchen, dazwischen blauer Himmel. Und sogar  die Sonne spielt wieder mit. Temperatur um die zehn Grad. Das richtige Wetter, um Eckernförde ein zweites Mal zu erkunden. Die Fußgängerzone, den Hafen mit den historischen Seglern und die kleinen Fischerboote. Dort gibt’s fangfrisch von Dorsch bis zur Makrele alles, was die Ostsee um diese Jahreszeit hergibt. So sehr wir Fisch auf dem Teller mögen, vom Kauf halten wir uns zurück. Nach der Zubereitung würde unser Troll noch tagelang den Duft der Schuppenträger in sich tragen. Wir spazieren am kilometerlangen Sandstrand und im Stadtpark. Bummeln durch die engen Gässchen mit ihren historischen Gebäuden. Bei Anbruch der Dämmerung kehren wir zum Troll zurück. Stellen fest, dass inzwischen sieben Wohnmobile dort stehen. Ein Wagen aus OD (Bad Oldesloe) hat sich dazugesellt.



Sonntag

Der Sonntagmorgen ist so, wie man sich einen Sonntagmorgen wünscht: Weiße Wolken, blauer Himmel, Sonnenschein. Als erster Wagen starten wir an diesem Tag. Richtung Schacht-Audorf. Knapp 30 Kilometer liegen vor uns. Womofahrers Herz geht über bei der Ankunft. Vom hohen Ufer ein herrlicher Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal, die kleinen Fährschiffe und, weit entfernt, die Hochbrücke, über die wir gekommen sind. Mit uns genießen zehn Mobile diese wirklich grandiose Aussicht. Am Abend sind’s dann aber nur noch zwei. In den Sommermonaten sind die 28 großzügigen Plätze wohl jeden Tag ausgebucht. Das i-Tüpfelchen nach der Ankunft bietet sich voraus am gegenüberliegendem Ufer: Ein Regenbogen in seinen schönsten Farben. Herrlich anzusehen und doch nichts Gutes verheißend. Wenig später rücken sie an, die dunklen Wolken mit ihrer nassen Fracht. Vor uns auf dem Kanal reger Schiffsverkehr. Große Containerfrachter aus aller Welt. Sogar der über einhundert Jahre alte Raddampfer „Freya“ zieht noch seine Bahn auf dem früheren Kaiser-Wilhelm-Kanal. Erst klar anzusehen, dann immer undeutlicher werdend hinter der sich langsam beschlagenden Windschutzscheibe unseres Mobils. Uns bleibt nach dem ersten Schauer ein kurzer Spaziergang zur Fähre und der Weg am Kanal entlang zurück zum Platz. Geplant war eigentlich ein Ausflug mit dem Fahrrad entlang des Schifffahrtsweges. Das können wir jedoch angesichts des Witterung abschreiben. Bis zum Wetterbericht in der Glotze überbrücken wir die Zeit mit dem Supertriangelo – einem klassischen Denk-Legespiel mit dreieckigen Steinen.



Montag

Der Montagmorgen bringt wieder einmal einen grauen Himmel mit „Löchern“ in der Wolkendecke. Regenschauer kommen und gehen. Draußen glänzt alles vor Nässe. Lohnt’s weiterzufahren? Oder geht’s besser in Richtung Heimat? Wir geben angesichts des Wetters auf. Über Hamburg geht’s zurück in den Kreis Osterholz.

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